Stress gibt es nicht.

Als ich 15 Jahre alt war, besuchte meine Mama einen Vortrag über Stress.

Der Vortragende war ein bekannter Chefarzt, den meine Mama (sie war Krankenschwester) überaus schätzte. Dementsprechend gespannt war sie.

Viele Menschen hatten sich eingefunden, um neue Erkenntnisse über das für alle relevante Thema Stress zu erhalten.

Der Vortrag begann pünktlich um 20 Uhr. Der Chefarzt stellte sich an den Rednerpult und legte eine Folie auf. Auf der Folie stand in großen fetten Buchstaben:

Stress gibt es nicht.
Stress macht man sich.

Das war’s. Er verließ den Raum und hinterließ eine verblüffte Zuhörerschaft, die zum Teil weit angereist war für diesen Vortrag.

Um 20.15 war meine Mama wieder zu Hause und erzählte mir ihr Erlebnis. Wie gerne wäre ich live dabei gewesen. Ich hatte schon damals den Verdacht, dass dies ein großartiger Vortrag war.

Mit 10 Jahre Marketing-Erfahrung bin ich jetzt (27 Jahre später) umso mehr beeindruckt.

Warum war der Vortrag einsame Spitzenklasse?

  • Der Vortrag war ein Erlebnis und hat Emotionen ausgelöst (nicht nur positive). Menschen erinnern sich an Dinge, die Gefühle ausgelöst haben.
  • Der Vortrag war überraschend. Man erinnert sich an Überraschungen.
  • Der Vortrag war prädestiniert, um eine Geschichte zu erzählen. 100 Menschen waren anwesend, aber ein Vielfaches davon hat die Botschaft empfangen, weil die Geschichte weitererzählt wurde. Zum Beispiel mir.
  • Der Vortrag war einfach. Jeder, wirklich jeder hat ihn verstanden. Jeder konnte die beiden Sätze mit nach Hause nehmen und wahrscheinlich haben Viele diese beiden Sätze so wie ich ein Leben lang nicht mehr vergessen. Das ist die Macht des Einfachen.
  • Der Vortrag war minimalistisch. Kein Wort zu viel. Keine Ablenkung. Keine Langeweile.
  • Der Vortrag war mutig. Der Chefarzt war ja in dem Krankenhaus angestellt, in dem er den Vortrag gehalten hat. Sicher war er am nächsten Tag das Gesprächthema Nr. 1.
  • Der Vortrag war nützlich und hilfreich.

Stress gibt es nicht.
Stress macht man sich.

Das gilt auch fürs Business.

  • Ich muss meine Mitbewerber nicht ständig im Auge behalten und gehetzt überholen. Ich kann einfach meine Arbeit gut und sorgfältig machen. Das reicht und bringt mittelfristig sogar bessere Ergebnisse, weil ich bessere Laune habe. Stoppe mal die Zeit, wenn du mit dem Auto von A nach B fährst. Einmal fährst du voll offensiv und überholst alles und jeden. Und einmal fährst du relaxt. Du überholst wenn überhaupt nur den Traktor oder den Sonntagsfahrer. Ich habe das Experiment ein paarmal gemacht und war ziemlich verblüfft über das Ergebnis. Bei einer 30 Minuten Fahrt habe ich gerade mal 3-5 Minuten eingespart in der Raser-Variante.
  • Ich muss nicht alles auf einmal machen. Ein Schritt nach dem anderen reicht. Erstmal einen Blog-Artikel schreiben. Pause. Dann Support leisten. Pause. Dann meine E-Mails lesen und beantworten (…) Zen-Meister empfehlen das auch und sie sind die Meister in Gelassenheit und Glückseligkeit..
  • Ich muss nicht alle Optionen durchdenken, wenn ich eine Entscheidung treffe. Ich kann auch schnelle Entscheidungen treffen, wenn es nicht gerade um Leben und Tod geht. Hochinteressante Studien zeigen, dass man nicht nur Zeit spart, sondern diese schnellen Entscheidungen sogar oft zu besseren Ergebnissen führen. Ein Grund dafür ist, dass man sich im Nachhinein nicht so viele Gedanken macht über die möglichen Alternativen, die man verpasst hat und die man sich vorher beim Überlegen ja schon lange ausgemalt hat. Das führt zu einer besseren Gefühlslage und das wiederum zu mehr Energie für die Umsetzung.
  • Ich muss kein Social Media machen, auch wenn das ständig so kommuniziert wird. Ich muss weder Facebook noch Instagram nutzen. Weder Xing noch LinkedIn. Mir zum Beispiel reicht meine Website, auf die ich Besucher bringe. In Kombination mit meinem Blog und mit meinem Newsletter. Social Media ist für manche Unternehmen ein sehr wirksamer Marketing-Kanal, aber bei weitem nicht jeder braucht ihn, da bin ich mir sicher. Wenn ich mich auf einen oder zwei Marketingkanäle konzentriere, kann ich mehr Kunden gewinnen, als ich brauche. Mein Marketing ist überschaubarer und ich habe nicht die ganze Zeit Angst, dass ich unbedingt mehr mehr machen muss.
  • Ich muss nicht 10 Stunden am Tag arbeiten. 6 fokusierte Stunden sind oft besser. Dann kann ich Pausen machen (eine der wichtigsten Aufgaben als Unternehmer) oder zwischendrin mal eine Stunde joggen gehen und danach duschen. Und dann wieder beschwingt weiterarbeiten.
  • Ich muss nicht telefonisch erreichbar sein. Ich habe vor ca. 1 Jahr die Entscheidung getroffen, grundsätzlich nur noch über Termin telefonisch erreichbar zu sein. Manchmal nehme ich zwar auch jetzt noch ab und an mal spontan ein Gespräch an, aber wenn ich konzentriert arbeite, dann ist mein Telefon aus. Ich arbeite seitdem besser und fokussierter.
  • Ich muss nicht ständig meine Website-Statistiken im Auge behalten und jeden und alles tracken. Es reicht auch, einfach in Beziehung zu sein mit meinen Kunden und eine nützliche Dienstleistung anzubieten.
  • Ich muss mir nicht ständig Gedanken über Corona machen. Mich einmal pro Tag zu informieren ist gut, denn ich habe eine Familie und Verantwortung. Aber Diskussionen über das Thema habe ich mittlerweile eingestellt. Ich mache lieber meine Arbeit oder einen Ausflug mit meinen Kindern.

Ich muss gar nichts.

Ich sollte mir lediglich soweit möglich und nötig über die Folgen meiner Handlungen im Klaren sein. Ich verliere vielleicht pro Jahr einen Kunden, wenn ich telefonisch nicht erreichbar bin. Ich treffe vielleicht auch mal die falsche Entscheidung, wenn ich mich schnell entscheide. Ich übersehe vielleicht mal eine wichtige Entwicklung auf meiner Website, die ich auf dem Schirm hätte, wenn ich alles tracken würde.

Aber das ist alles nicht so tragisch. Es geht mir sogar gut dabei.

Gesundheit ist wichtig.
Stress macht krank.

Und da wir in einer Welt leben, in der viele Menschen (in Nicht-Corona-Zeiten) dazu neigen, immer schneller zu werden, können wir uns an dieser Stelle als Bonus noch großartig positionieren. Wir sind nicht so hektisch. Wir haben Zeit für unsere Familie und unsere Freunde. Für unseren Kunden. Wir tun uns leichter damit, offen zu bleiben und ab und zu eines unserer Hamsterräder zu verlassen. Wir denken langsamer und dadurch besser. Wir liefern mehr Qualität. Wir sind entspannter und kreativer. Wir haben mehr Energie.

Das ist attraktiv! Für uns und für potentielle Kunden.

Wo kannst du deinen Spielraum nutzen, um Stress zu reduzieren?

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